Die Giant-Impact-Theorie
Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren war unser Sonnensystem noch jung und chaotisch. Die Erde hatte sich gerade erst gebildet und war ein glühender Planet aus flüssigem Gestein. In dieser Zeit geschah etwas Gewaltiges: Ein Protoplanet von der Größe des Mars – heute Theia genannt – raste durchs All und kollidierte mit der Ur-Erde.
Der Einschlag
Die Kollision war so gewaltig, dass Theia nahezu vollständig zerstört wurde. Ein großer Teil der äußeren Erdkruste wurde ins All geschleudert. Geschmolzenes Gestein, Staub und Trümmer bildeten einen glühenden Ring, der die Erde umkreiste – ähnlich wie heute die Ringe des Saturn, nur viel dichter und heißer.
Die Geburt des Mondes
Durch die Schwerkraft zogen sich die Trümmer im Erdorbit zusammen. Stück für Stück verklumpte das Material, bis daraus ein neuer Himmelskörper entstand: unser Mond. Anfangs war er der Erde noch sehr nahe – nur etwa 20.000 bis 30.000 Kilometer entfernt. Am Himmel wäre er 10- bis 15-mal größer erschienen als heute.
Warum diese Theorie überzeugt
Die Giant-Impact-Theorie erklärt mehrere Rätsel auf einmal:
- Gleiche Isotope: Gesteinsproben vom Mond haben fast exakt dieselbe chemische Signatur wie die Erdkruste.
- Kleiner Eisenkern: Der Mond hat kaum Eisen – passend dazu, dass er aus der leichten äußeren Schicht entstand.
- Drehimpuls: Die Geschwindigkeit, mit der Erde und Mond sich drehen, passt genau zu einem streifenden Einschlag.
Der Mond entfernt sich – bis heute
Seit seiner Entstehung entfernt sich der Mond langsam von der Erde – jedes Jahr um etwa 3,8 Zentimeter. Das wissen wir dank Reflektoren, die die Apollo-Astronauten auf der Mondoberfläche zurückgelassen haben. Laserstrahlen von der Erde aus messen die Entfernung auf den Millimeter genau.